Bürgerbus der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein spendet für Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal


Das Bürgerbus-Team der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein setzt nun schon seit längerem den Fahrbetrieb wegen der Coronapandemie aus. Jedoch waren die Ehrenamtlichen während der pandemiebedingten Pause keineswegs untätig:

Regelmäßig wurde seitens des Führungsteams besprochen, wann und wie es weitergehen könnte. Ständig stand man im Austausch, sprach über die aktuellen Inzidenzzahlen, die mögliche Rückkehr zu einem Regelbetrieb der beiden Busse und die Sehnsucht nach einem „normalen“ Alltag, wie man ihn aus Zeiten vor Corona kannte. Einen Alltag, ein früheres Leben, wie es viele Menschen auch ohne Corona derzeit kaum mehr zu erdenken vermögen.

Bei der Flutkatastrophe in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 verloren unzählige Familien in der Region um Trier und im Ahrtal Hab und Gut und leider auch Freunde, Familienmitglieder und Bekannte. Die Schäden sind noch heute erschreckend präsent, die Auswirkungen allgegenwärtig.

v.l. Arno Scheidt, Familie Schabo, Dieter Groß, Edeltraud Becker, Edwin Becker und Wolfgang Caspers – Foto; Alexander Grim, Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein


Während eines Treffens des Führungsteams kam auch dieses schreckliche Ereignis aufs Tableau und schnell wurde klar, dass man hier helfen möchte.
Aus den selbst generierten Spenden, die die Ehrenamtlichen von glücklichen und dankbaren Fahrgästen erhalten, welche in Zeiten vor Corona noch für ein gemeinsames Sommerfest oder einen Jahresabschluss verwendet werden konnten, wollte man 1.000,-€ dorthin weitergeben, wo das Geld derzeit wirklich benötigt wird.

So kam es zustande, dass über die Leiterin des Telefonteams, Edeltraud Becker, welche aus dem Bad Neuenahr-Ahrweilerer Stadtteil Bachem stammt, der Kontakt zum dortigen Ortsvorsteher Ulrich Stieber hergestellt wurde, der sich mit dem Bürgerbuskoordinator Dieter Groß in Verbindung setze.

Herr Stieber erklärte, dass es eine junge Familie gibt, welche besonders hart von den Folgen der Katastrophe getroffen wurde. Hierbei handelt es sich um die Familie Schabo, deren Haus, in dem sie in der ersten Reihe am Ahrufer gemeinsam mit der kleinen Tochter und der Großmutter lebte, schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sowohl das Erd- und Untergeschoß als auch die gesamte Außenanlage wurden komplett zerstört.

Für die lange Zeit der Renovierungs- und Sanierungsarbeiten ist die junge Familie bei Verwandten untergebracht.

Am Samstag, dem 19.02.2022, ging es für das Führungsteam des Bürgerbusses dann nach Bachem, um Familie Schabo die Spendensumme in bar zu überreichen.
Lange unterhielt man sich über die Nacht, in der die Flut kam und die Situation danach, die Hilflosigkeit, das Leid, aber auch die Hoffnung, die wenigstens von unzähligen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in der Region wieder entfacht werden konnte. Schnell stellte sich heraus, dass sich der Wiederaufbau zu einer Herkulesaufgabe entwickeln wird.

Bürgermeister Andreas Müller sprach dem gesamten Bürgerbus-Team seinen aufrichtigen Dank für diesen unkomplizierten und direkten Akt der Menschlichkeit und der Hilfsbereitschaft aus.