Ev. Kirche "Erlöserkirche", Hoppstädten
Beschreibung
Seit dem Mittelalter war die Kirchengemeinde Hoppstädten eine Filialgemeinde von Sien. Dennoch entstand in Hoppstädten zu Anfang des 16. Jahrhunderts eine kleine Kirche, die von den Gläubigen dem Heiligen Jodokus (auch Jost, Jobst, Josse) geweiht wurde. Jodokus wurde um 600 in der Bretagne geboren, er hilft bei vielen Krankheiten und sorgt für reiche Ernten. Ein Angebot, Herrscher der Bretagne zu werden, schlug er zurück und lebte nach einer Wallfahrt nach Rom in einer Einsiedelei. Ein Kult um ihn ist weit verbreitet, in Deutschland vor allem in Niederbayern (Landshut) und in der Eifel. (Walberg bei Bonn). In der Reformationszeit wandten sich die Gläubigen der Lehre Martin Luthers zu. Mutterkirche war jetzt Hundsbach, später Kappeln, ab 1800 wieder Hundsbach, 1921 erneut Kappeln. 1973 erfolgte die Angliederung an die Kirchengemeinde Grumbach. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es nach und nach wieder katholische Christen im Ort. Sie blieben eine Minderheit. Von den rund 400 heutigen Einwohnern sind etwa 300 evangelisch und etwa 60 katholisch. Mehr als 30 Bewohner bekennen sich zu anderen Glaubensrichtungen oder gehören keiner Konfession an. Die alte Jodokuskapelle wurde wegen Baufälligkeit im 19. Jahrhundert abgerissen und 1886 durch eine neue Kirche ersetzt. Es handelt sich um eine Hallenkirche mit Holzdecke, rippengewölbtem Chor und einem dreigeschossigen Turm, dessen Dach sich von einem Oktogon her zu einer hohen Dachspitze verjüngt. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1750, wurde um 1800 in die Jakoduskapelle eingebaut und kam später in die heutige Kirche.
