Geschichts- Wirtschaftsdokumentation der VG Lauterecken-Wolfstein

Die Geschichtliche und Wirschaftliche Dokumentation der
Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein in einem kurzen Abriss.
 



Entstehung der ehemaligen Verbandsgemeinde Wolfstein

Gesetzliche Grundlage für die Bildung der Verbandsgemeinde war das Landesgesetz zur Änderung kommunalverfassungsrechtlicher Vorschriften und zur Vorbereitung der Neugliederung von Gemeinden vom 16.7.1968 (GVBL.S. 132).

Aufgrund der übereinstimmenden Anträge der beteiligten Gemeinden ist die Verbandsgemeinde Wolfstein im Rahmen der Freiwilligkeitsphase durch folgende Verfügung der Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz vom 21.Juli 1971 gebildet worden:

Für das Gebiet der Stadt Wolfstein und der Gemeinden Aschbach, Einöllen, Eßweiler, Hefersweiler, Hinzweiler, Jettenbach, Kreimbach-Kaulbach, Nußbach, Oberweiler im Tal, Oberweiler-Tiefenbach, Reipoltskirchen, Relsberg, Rothselberg und Rutsweiler a.d. Lauter wird gemäß dem Zielplan der Landesregierung vom 19.2.1971 (Staatsanzeiger Nr.8, S.105) eine Verbandsgemeinde gebildet. Bis zur Bestimmung des Sitzes der Verbandsgemeindeverwaltung nach § 4 Abs. 2 VGO hat diese ihren Sitz vorläufig in der Stadt Wolfstein.

2. Die Wahl der Verbandsgemeindevertretung findet am 24. Oktober 1971 statt. Die Wahlzeit der neugewählten Verbandsgemeindevertretung endet, abweichend von § 8 Abs. 1 VGO, am Tage der nächsten allgemeinen Kommunalwahlen.

3. Die neugewählte Verbandsgemeindevertretung soll

a) spätestens einen Monat nach der Wahl zu ihrer ersten Sitzung zusammentreten.
b) in ihrer ersten Sitzung die Hauptsatzung erlassen und die ehrenamtlichen Verbandsbeigeordneten wählen,
c) spätestens zwei Monate nach der Wahl über die Ausschreibung der Stelle des Verbandsbürgermeisters beschließen.

4. Das bei den verbandsangehörigen Gemeinden (Nr. 1) beschäftigte Verwaltungspersonal ist von der Verbandsgemeinde entsprechend dem Übergang der Aufgaben gemäß § 3 Abs. 2 VGO i.V.m. den §§ 5 und 6 VGO zu übernehmen. Die Rechtsstellung der Beamten richtet sich nach den Vorschriften der §§ 128 ff. des Beamtenrechtsrahmengesetzes.

5. Diese Verfügung tritt am 1. September 1971 in Kraft.


Durch die Bildung der Verbandsgemeinde Wolfstein mit einer Gebietsfläche von 10.331 ha und rund 10.067 Einwohnern (Stand: 01.09.1971) sind gleichzeitig die bisherigen eigenen Gemeindeverwaltungen in

Einöllen, Nussbach, Reipoltskirchen und Rothselberg

sowie die gemeinschaftlichen Bürgermeistereien in Eßweiler (zuständig für Eßweiler und Oberweiler im Tal), Hefersweiler (zuständig für Hefersweiler und Relsberg), Jettenbach ( zuständig für Jettenbach und Albersbach), Kreimbach-Kaulbach (zuständig für Kreimbach-Kaulbach, Rutsweiler a.d.L. und Frankelbach), Wolfstein (zuständig für Wolfstein und Oberweiler-Tiefenbach)
aufgelöst werden.

Die Verwaltungsgeschäfte der Gemeinden Aschbach und Hinzweiler hat bis zur Bildung der Verbandsgemeinde Wolfstein die ehemalige Verbandsgemeindeverwaltung Grumbach -Außenstelle Hundheim- geführt.

Aufgelöst wurde auch die gemeinschaftliche Steuer- und Gemeindeeinnehmerei Wolfstein, die bisher die Finanzen der Gemeinden Einöllen, Hefersweiler, Relsberg, Kreimbach-Kaulbach, Frankelbach, Rutsweiler a.d.L., Oberweiler-Tiefenbach, Rothselberg, Wolfstein, Rathskirchen, Reichsthal, Seelen, verwaltete.

Für die Gemeinden Aschbach und Hinzweiler war früher die Steuer- und Gemeindeeinnehmerei Lauterecken, für Eßweiler, Oberweiler im Tal und Jettenbach die Steuer- und Gemeindeeinnehmerei Bosenbach sowie für Nußbach und Reipoltskirchen die Steuer- und Gemeindeeinnehmerei Odenbach zuständig.


Mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Beauftragten bis zur konstituierenden Sitzung des Verbandsgemeinderates am 24.10.1971 wurde Günter Hög, Regierungsrat z.A. beim Landratsamt Kusel und als dessen Stellvertreter Otto Steinhauer, Einnehmerei-Amtmann, Kreimbach-Kaulbach, bestellt.

Zum 1.1.1972 sind die Verwaltungsdienststellen in den Außengemeinden (bisherige Gemeindeverwaltungen, Bürgermeistereien) aufgelöst und gleichzeitig die Verwaltungsgeschäfte einheitlich in der Verbandsgemeindeverwaltung in Wolfstein zusammengeführt worden.

In den Gemeinden Einöllen, Eßweiler, Hefersweiler, Hinzweiler, Jettenbach, Kreimbach-Kaulbach, Nußbach, Relsberg, Reipoltskirchen und Rothselberg wurden übergangsweise Sprechstunden abgehalten.

Der Standesamtsbezirk ist zum 1. Januar 1972 gebildet worden.

Die Verwaltung war zunächst innerhalb der Stadt Wolfstein im Rathaus (Zentral- und Bauverwaltung), in der alten Kreissparkasse (Ordnungs- und Sozialverwaltung) sowie in der ehemaligen Landwirtschaftsschule -Neubau- (Finanzverwaltung) untergebracht.

Nach den Um- und Erweiterungsbauarbeiten an den Gebäuden der ehemaligen Landwirtschaftsschule konnte die Verwaltung im Juni 1989 in das jetzige Verwaltungsgebäude einziehen. Die Baukosten haben ca. 3.220.000 betragen.

Zur Zeit leben in der Verbandsgemeinde Wolfstein rund 9.300 Menschen.
erbandsgemeinde Wolfstein rund 9.300 Menschen.


Geschichtliches der ehemaligen Verbandsgemeinde Wolfstein

Die Stadt Wolfstein wurde am 17.12.1275 durch König Rudolf von Habsburg gegründet. Oberhalb der Stadt Wolfstein befindet sich die vermutlich anfangs des 14. Jahrhunderts errichtete Burg Neu-Wolfstein. Sie wurde gleichzeitig Verwaltungssitz des Königslandes. Im Jahr 1312 wurde die Stadt Wolfstein mit der Burg an den Grafen Heinrich von Sponheim verpfändet. Von 1325 bis 1333 war Rauhgraf Georg von Veldenz Pfandinhaber. Nächster Pfandinhaber wurde Erzbischof Balduin von Trier bis zu seinem Tode im Jahr 1354. Unter unmittelbarer Reichshoheit befand sich Wolfstein mit dem Königsland bis 1357. Danach gehörte Wolfstein zur Kurpfalz.

An der engsten Stelle der Waldlauter befindet sich die vermutlich im 12. Jahrhundert auf einem Felsrücken errichtete Burg Alt-Wolfstein. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde diese Reichsburg an die Grafen von Sponheim verpfändet. Während des bayerisch-pfälzischen Erbfolgestreites wurde Alt-Wolfstein von den Zweibrückern eingenommen, noch im selben Jahr von Kurpfalz zurückerobert und geschleift.

Heute sind von Neu-Wolfstein nur noch Burgmauern und von Alt-Wolfstein ein 20 m hoher Bergfried mit Burgmauern zu sehen. Im Vorhof von Neu-Wolfstein befinden sich Steinkugeln aus der Zeit der Belagerung der Burg Alt-Wolfstein im Jahre 1504. Einige Gemeinden, die heute die Verbandsgemeinde Wolfstein bilden, gehörten schon früher zum Kanton Wolfstein oder zur Bürgermeisterei Wolfstein.

In der Gemeinde Reipoltskirchen ist heute noch der Wehrturm einer ehemaligen schutzbietenden Tiefburg, die zur Reichsherrschaft Hohenfels-Reipoltskirchen gehörte, zu sehen. Erster Besitzer dieser Burg war Ritter Heinrich von Hohenfels (1297-1329).

Die Reichsherrschaft ging später an die Gräfin Amalie von Leiningen über. Diese starb im Jahre 1608. Ein aus Sandstein im Stil der damaligen Zeit angefertigtes Grabdenkmal befindet sich in der katholischen Kirche Reipoltskirchen. Der Landkreis Kusel ist nun Eigentümer dieser Burganlage. Nach der im Jahr 1998 erfolgten Schaffung einer Wasserfläche im Burggraben werden zur Zeit weitere Ausbaumaßnahmen durchgeführt.

Auf dem Kreimberg (390 m) bei Kreimbach-Kaulbach bauten ursprünglich Kelten einen Ringwall um den Gipfelrand. Zahlreiche Funde aus der Zeit um 400 v. Chr. Bestätigen diese keltische Fliehburg. Nach 260 entstand auf dem Kreimberg ein römisches Bergkastell. Zahlreiche Funde aus römischer Zeit befinden sich im Historischen Museum der Pfalz. Das gesamte Plateau der Heidenburg steht unter Denkmalschutz und ist oft Ziel historischer Exkursionen. Der Name Heidenburg ist kein Eigen-, sondern ein Gattungsname, den unsere Vorfahren schufen, als längst in Vergessenheit geraten war, wer diese Burganlagen geschaffen hatte.

Die Zweikirche im Lautertal gehört zu den ältesten Kirchen der Pfalz. Das Gotteshaus wurde neben einer aus fränkischer Zeit stammenden St.-Peterskirche erbaut. Die Zweikirche war gemeinsame Pfarrkirche mit Begräbnisplatz des ehemaligen Dorfes Allweiler (bereits im 14.Jahrhundert untergegangen), des Dorfes Rutsweiler, der verschwundenen Siedlungen Oberhausen und Laufhausen sowie des späteren Höfgen zu Zweinkirchen.

Im Zusammenhang mit Restaurierungsarbeiten wurden kunsthistorisch sehr bedeutende Wandmalereien entdeckt.

Zwischen den Gemeinden Essweiler und Oberweiler im Tal liegt die Sprengelburg. Die Sprengelburg wurde vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut. Erste Burgherren waren die Ritter Mülenstein, Lehensmänner der Rheingrafen in Grumbach und der Burg Rockenhausen. Vor einigen Jahren wurden die Burgreste freigelegt und restauriert.

Im Bereich des Königsberges und des Selberges wurde schon im 15. Jahrhundert nach Erzen geschürft. Abgebaut wurde auch Quecksilber, Mangan, Kalkstein, Steinkohle und Schwerspat. Verschüttete Mundlöcher, eingebrochene Stollen und Schächte sowie Abraumhalden weisen heute noch auf den Bergbau hin. Das im Bereich der Stadt Wolfstein liegende Kalkbergwerk wurde bis 1967 betrieben.

Zu erwähnen ist noch das Musikantentum in unserem Gebiet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begannen nebenberuflich Musizierende bedingt durch die allgemeine Erwerbsnot- diese Tätigkeit hauptberuflich auszuüben. Zunächst spielten sie nur in der näheren Umgebung, danach in allen Teilen Deutschlands, und auch im benachbarten Frankreich. Weitere Gastspiele wurden nicht nur in anderen europäischen Ländern, sondern auch in allen anderen Erdteilen gegeben.
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